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erstellt von: krawatten, am 27.12.2011 12:41 , Clicks: 233

Es ist nicht alles Perle, was glänzt...

Das dezente Understatement von klassischer Bekleidung verlangt bei der eleganten Dame geradezu nach dem schlichten Lüster einer Perlenkette und passender Ohrstecker. Wo große Anhänger aus Gold oder Platin protzig und angeberisch wirken, setzt ein geschickt eingesetztes Perlencollier Akzente, ohne den Blick vom Gesicht abzulenken. Denn anders als kaltes Metall hat das edle Naturprodukt einen weichen, warmen Glanz.

Doch nicht nur die klassische Perle hat sich in der Schmuckwelt fest etabliert. Ähnliche Erzeugnisse sind aus der Fabrikation nicht mehr wegzudenken. Manche davon sind mindestens so exklusiv wie die Perle selbst. Andere finden gerne für günstigen, aber stilvollen Modeschmuck Verwendung – und sind dort jedem schnöden Plastik-Imitat weit überlegen.

Die Königin dieser Nicht-Perlen ist die Conch-Perle. Sie stammt nicht aus einer Perlmuschel, sondern der Meeresschnecke Strombus Gigas, die praktisch nur in karibischen Gewässern vorkommt. Die Conch-Perle hat einen feinen roséfarbenen Schimmer, kann aber im Einzelfall auch geradezu pink oder orange sein. Ihre Seltenheit (schätzungsweise nur etwa 200 – 600 Perlen guter Qualität kommen jährlich in den Handel)und der ungewöhnliche Farbton haben sie insbesondere bei Schuckdesignern zum Geheimtipp werden lassen. Ob es sich bei Conch-Perlen wirklich um eine Perle handelt, ist umstritten, denn ihr Aufbau ist ein wenig anders als bei klassischen Perlen.

Ähnlich exotisch ist die Melo-Perle. Auch sie stammt von einer Meeresschnecke, in diesem Fall der Gattung Melo. Fundorte liegen vor allem im Süden Asiens. Sie zeigen oft eine leichte Flammenstruktur, wie sie teils auch bei Conchperlen vorkommt. Die Perle ist in wirklich guter Qualität nur sehr selten anzutreffen und entsprechend teuer. 1999 erzielte eine einzelne Melo-Perle bei einer Auktion den stolzen Preis von 488.000,00 US-Dollar.

Nicht ganz so unerschwinglich, aber nicht weniger elegant sind Abalone-Perlen. Dabei handelt es sich streng genommen auch bei der Abalone nicht um eine Muschel, sondern um eine Schnecke – was man ihr allerdings nicht ansieht. Während die farbenfroh schillernden perlmuttartigen Innenseiten der Schalen schon früh zu Modeschmuck verarbeitet wurden, sind die Perlen bisher eher Kennern vorbehalten. Die oft barocken Formen und die große Farbvielfalt lassen die Abaloneperle zur idealen Wahl für individuellen Designerschmuck werden.

Bei vielen Perlenarten kann man hier allerdings auch mit Imitationsperlen in berührung kommen. Aus dem Gehäuse der Conchschnecke werden gelegentlich Perlen gedrechselt, die auf den ersten flüchtigen Blick fast mit den echten Conchperlen verwechselt werden könnten. Sehr beliebt sind auch die sogenannten Ölperlen. Sie werden aus den Schalen von Trochusschnecken hergestellt und erhalten nach dem Polieren einen perlenähnlichen Glanz.
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