Was schadet Perlen?
So halten Ihre Perlen langeWie das glänzt... Der Lüster hochwertiger Perlen ist ein Anblick, der seinesgleichen sucht. Leider stellt man, wenn man nach ein paar Jahren die gute Perlenkette aus dem Schrank holt, oft genug fest, dass sich statt blitzendem Schimmer inzwischen eher ein mattes Finish breitgemacht hat. Und das ist noch der günstige Fall.
Bei der Öffnung von Gräbern aus römischer Zeit stieß man auf Perlenschmuck, der den Entdeckern unter den Händen zerfiel. Denn als organisches Naturmaterial sind Perlen ziemlich empfindlich. Und doch: glücklicherweise geht es auch anders.
Perlen bestehen, ganz chemisch gesehen, aus Schichten von Kalziumkarbonat, die mit Conchin zusammengehalten werden. Ersteres ist leider ausgesprochen empfindlich gegenüber Säuren aller Art. Wie? Sie würden Ihre gute Perlenkette doch nie mit Säure in Berührung kommen lassen? Doch, tun Sie. Menschlicher Schweiß hat einen PH-Wert um die 4. Nicht nur, dass sich die Oberfläche anlösen kann, dringt der Schweiß in die Bohrungen der Perlen ein, kann er die Bohrlöcher von innen heraus vergrößern und damit wertvolle Perlsubstanz kosten. Am gefährdetsten ist edler Ohrschmuck, da er fest auf der Haut anliegt.
Es versteht sich von selbst, dass Sie also nicht gerade mit der Perlenkette in die Sauna oder ins Solarium gehen sollten. Aber auch Feuchtigkeit ohne Säurewerte ist nicht ganz harmlos. Das Conchin kann aufquellen und somit der Perle ihren inneren Zusammenhang nehmen.
Daher nehmen Sie die Perlenketten nicht nur ab, bevor Sie ins Meer oder Schwimmbecken steigen. Sondern versuchen Sie auch, Feuchträume wie Ihr Badezimmer besser zu vermeiden. Nicht nur die Perle selbst wird angegriffen, auch der Faden, der die Perlen miteinander verbindet, kann reißen.
Legen Sie Perlenschmuck immer erst nach dem Baden, Duschen oder Waschen an. Denn hier lauern vielfältige Gefahren. Nicht nur, dass die Feuchtigkeit dem Schmuck nicht bekommt. Viele Kosmetika sind sauer (auch Fett ist eine Säure!). Haarspray bildet gar einen Stärkefilm um die Perle und setzt sich in den Bohrlöchern fest. Auch Hautcreme oder gar Sonnenöl sind nicht gerade förderlich. Allerdings sind die Fettablagerungen nicht so schlimm wie säurehaltige Kosmetika, denn eine Reinigung mit einem weichen Tuch und etwas Alkohol schafft hier meist Abhilfe.
Selbst das Sonnenbad draußen birgt schon ein weiteres Risiko: Die Perle trocknet aus. Genauer gesagt das Conchin. Und da es der Kitt ist, der die Perlschichten zusammenhält, entstehen Risse. Also, legen Sie Ihren Perlenschmuck immer erst nach dem Föhnen oder Haaretrocknen an.Auch sollten Sie nicht in besonders warmen Räumen oder zu nahe an der Heizung lagern.
Einer der häufigsten Fehler ist es, es zu gut mit den Perlen zu meinen. Eine Ultraschallreinigung kann ein Silber- oder Goldcollier binnen Minuten wieder wie neu aussehen lassen. Bei Perlen geht dieses Verfahren zwar manchmal gut, es bleibt aber ein Risiko. Die Perle kann hier Sprünge bekommen. Selbst im Handel erhältliche Perlenreiniger und Perlenbäder sind mit Vorsicht zu behandeln. Sie versprechen zwar kurzzeitig Abhilfe bei Verschmutzungen, verändern aber langfristig die Oberfläche der Perle.
Wenn Sie aber all diesen Fallstricken aus dem Wege gehen und dann die Perlen vielleicht noch in einem kleinen separaten Stoffsäckchen lagern, damit Ihr sonstiger Schmuck sie nicht zerkratzt, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Und mit etwas Pflege halten Ihre Perlen eine ganze Weile.
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